Die Battle of the Kings-Reihe ist wohl eine der beliebtesten Modifikationen in der Gothic-Community. Was bietet sich besser an, um diese Reihe zu beschreiben, als ein Bericht aus der Community selbst? Ein Gastbeitrag:
„»Du wärst besser nicht hier her gekommen!« Jeder, der den Sumpf in Jharkendar ohne Banditenrüstung betreten hat, kennt diesen Spruch sehr gut. Meist ist dies mit fatalen Folgen verbunden.
Doch eine Modifikation für Gothic 2 dNdR gibt diesem Ausruf eine völlig neue Bedeutung, denn am 27.04.2008 wurde eine einzigartige Mod releast.
Battle of the Kings übertrug erstmals Elemente der Echtzeitstrategiespiele auf ein klassisches Rollenspiel. Und traf damit den Nerv der Community. Viele Ideen gab es schon, welche alle ganz ähnliche Ideen verfolgen, doch keine davon konnte man als Projekt sehen. Nach einer Woche waren sie vergessen.
Nun aber hatte sich ein Modder ernsthaft mit der Thematik befasst und alle Probleme überwunden, die Gothic 2 ihm in den Weg warf. Das Ergebnis dieser Mühen war Battle of the Kings. Eine neue Mod, die den seltenen Status der Einzigartigkeit erlangte.
Mit dem ersten Teil wurde eine kleine Karte zum Kriegsschauplatz zwischen Paladinen und Drachenjägern. Mehr als die beiden ausbaufähigen Lager und je Fraktion eine Goldmine gab es nicht. Aber es hat überzeugt. Mehr hat es auch nicht gebraucht. Immerhin waren schon alle Möglichkeiten des Basisaufbaus und der Truppenaufwertung enthalten.
Zu Beginn startet der Spieler vor einem Haupthaus, in welchem sich der König aufhält. Die Erstürmung des Haupthauses und die Ermordung des feindlichen Königs ist der Sinn dieses Spieles.
Um seine Soldaten zu verbessern steht ein Verwalter zur Verfügung, über welchen alle Upgrades der Soldaten geregelt werden. Stufenweise und für eine ordentliche Summe Gold lassen sich bei diesem Mann die Soldaten mit besseren Kampffähigkeiten ausstatten.
Um die Soldaten noch weiter zu verbessern wird die Möglichkeit geboten in der Basis eine Schmiede zu errichten. Der hiesige Schmied beginnt auch sofort mit der Arbeit um für die Soldaten bessere Waffen und Rüstungen zu fertigen. Natürlich benötigt die Ausstattung eines ganzen Heeres schon etwas Zeit. Also muss man ein wenig warten, bis der Schmied drei neuartige Schwerter oder Rüstungen angefertigt hat. Diese fix eingesammelt führt den Spieler der Weg wieder zum Verwalter, welcher sich um die Verteilung der Ausrüstung kümmert.
Für magische Unterstützung und um die Wirtschaft anzukurbeln besteht weiterhin die Möglichkeit ein Magierhaus zu errichten. Sobald der Bau befohlen wurden spawnen zusammen mit den Soldaten auch Magier, welche den Feind aus der Ferne mit Feuerbällen attackieren.
Zudem bietet dieses Haus die Möglichkeit weiterer Upgrades für die Soldaten und die Wirtschaft.
Hunderte Spieler tüftelten verschiedenste Strategien aus, als gewohnt unerwartet, Battle of the Kings 2 releast wurde. Diese Mod erweiterte BotK um eine neue Karte und viele Features. Auch die hilfreichen Einsteigertutorials seien hier wohlmeinend erwähnt.
Doch wie sehen die neuen Features nun aus? Als elementarer Bestandteil der Mod sind die Ehrenpunkte zu betrachten. Zusätzlich zu der Goldbelohnung, bei dem Tod eines feindlichen Soldaten, werden nun Ehrenpunkte verteilt. Diese Punkte können gegen Gold oder Spezialfähigkeiten eingetauscht werden. Hierunter fallen viele von der Community erwünschte Punkte, wie beispielsweise die Möglichkeit den eigenen König zu heilen oder zusätzliche Soldaten ins Feld zu werfen.
Auch erhielt nun jede Fraktion eine Spezialfähigkeit, die sie in der Spielweise endlich einzigartig gestaltete. So erhielten die Paladine die Möglichkeit ihre Verstorbenen direkt auf dem Schlachtfeld wiederzubeleben, die Drachenjäger einen besonders starken hieb, der jeden Krieger sofort ins Jenseits schickte und die Templer einen Vampirschlag. Moment, Templer?
Ja, BotK2 spendiert den Spielern auch eine neue Fraktion.
Auch an der neuen Karte war taktisch einiges getan wurden. So waren nun 2 Wege offen um den Gegner zu erreichen. Sollte man einen Weg stärker mit Soldaten attackieren um hier den Durchbruch zu erzwingen? Wird der Feind den nahezu schutzlosen zweiten Weg gnadenlos ausnutzen?
Die neue große Mine hingegen wurde von Anfang an heiß umkämpft. Denn das einzige Goldvorkommen auf dieser Karte ist mit Buddlern aus dem Haupthaus erst noch zu besetzen. Doch Vorsicht. Spezialisierte Kämpfer, so genannte Minenwachen, werden alles tun um das Gold nur ihrem König zukommen zu lassen!
Ungefähr ein halbes Jahr später überraschte der erfolgreiche Moder die Community schon wieder. Und zwar mit dem Release eines dritten Teiles. Dieser baute wieder auf seinen Vorgängern auf, erweiterte sie aber um wesentliche Features und wieder einer neuen Map.
Diese Karte profitierte von ihren Vorgängern. Fanden sich doch die große Mine und die fraktionseigene Mine wieder. Doch war sie um einiges größer und bot die Möglichkeit mit spezialisierten Soldaten eine Skeletthöhle zu stürmen. Einmal gestürmt spawnen im Hauthaus Skelette, welche für den Spieler in die Schlacht ziehen und durchaus einiges einstecken können. Doch wird diese Höhle immer ein Kriegsschauplatz sein, denn beide Fraktionen können diese Höhle zurückfordern. Und gerade die höheren Schwierigkeitsgrade lassen dem Spieler keine andere Wahl, als sie zurückzufordern.
Als wesentliche Neuerungen sind also die Skeletthöhle und die neuen wählbaren Schwierigkeitsgrade festzustellen. Diese Grade reichen von einfach über normal, schwer bis hin zu Horror. Somit ist für jeden etwas dabei. Wobei Horror wohl von einem Sadisten für Masochisten gedacht war.
Doch das war noch längst nicht alles. Denn der dritte Teil bietet auch einen Helden an. Dieser wird von einer Elite (Äquivalent zum Verwalter) ausgebildet und ausgestattet. Das besondere am Helden ist, neben seiner erlesenen Ausrüstung, ist der Umstand, das er für jeden erledigten Feind Erfahrung sammelt. Helden des höchsten Levels leisten sich sogar spannende Zweikämpfe mit dem feindlichen König!
Die Battle of the Kings-Reihe ist einmalig in der Moddinggeschichte und wegweisend zugleich.“
Ein Gastbeitrag des Users Seele
Gut gelungen!